BYOD ab Version 2021/III

ArchivistaBox auf dem eigenen Rechner

Egg, 25. März 2021: In den vergangenen Wochen wurde die Dokumentation der ArchivistaBox auf den aktuellen Stand gebracht. Gleichzeitig konnten die letzten Arbeiten abgeschlossen werden, um die bislang unterschiedlichen Versionen (ArchivistaVM und  ArchivistaDMS) zu vereinen. Ab Version 2021/III werden alle  ArchivistaBox-Systeme mit dem “Fundament” der Open Source Linux Distribution AVMultimedia ausgeliefert. Mit diesem Schritt einher geht, dass die ArchivistaBox neu auch auf einer eigenen Hardware betrieben werden kann, dies ganz nach dem Motto ‘Bring your own Device (BYOD).

ArchivistaBox 2005 und 2021

Als die erste ArchivistaBox Ende 2005 auf dem Markt erschien, gab es diese einzig auf dafür bestimmten Rechnern. Die Lösungen wurden auf kleinen Embedded-Boxen ausgeliefert. Der Einsatz der ArchivistaBox auf eigenen Rechnern wurde in den vergangenen 15 Jahren zwar immer wieder in Erwägung gezogen, letztlich aber verworfen, weil es bei der Fülle der auf dem Markt erhältlichen Hardware als zu schwierig erachtet wurde, dafür Support zu erbringen.

In den letzten 15 Jahren hat die Verbreitung von Linux stetig zugenommen, zwar nicht primär auf den Desktop, dafür umso mehr auf Servern. War es früher oft schwierig, Linux mit einer aktuellen Hardware zu betreiben, so stellt sich diese Frage aktuell  nur noch insofern, als dass heute für neuere Hardware primär aktuellere Linux-Kernel (sprich Treiber) notwendig sind.

Mit der aktuellen ArchivistaBox 2021/III ist es neu möglich, dem flexibel nachzukommen. Einmal ist mit dem Linux Kernel 5.10.x ein sehr aktueller Unterbau verfügbar, sodass der Einsatz auf sehr aktueller Hardware nichts im Wege steht. Und für all jene, die nicht mit der neusten Hardware bzw. Technologie unterwegs sein möchten, steht mit dem Kernel 5.4.x ebenfalls die passende Software zur Verfügung.

Hinzu kommt, dass mit dem Open Source Linux Desktop AVMultimedia eine zu verwendende Hardware jederzeit vor dem Einsatz für die ArchivistaBox ausgiebig getestet werden kann. Etwas vereinfacht kann hier angemerkt werden, wer AVMultimedia in Betrieb nehmen kann, der wird auch eine jede ArchivistaBox “managen” können. Und darum gibt es die ArchivistaBoxen neu auch ohne mitgelieferte Hardware.

Die eigene ArchivistaBox für unter 100 Franken oder Euro

Ab sofort gibt es mit der ArchivistaBox Dolder die Möglichkeit, unsere Lösung auf eigenen Rechnern zu betreiben. Dies im übrigen zu einem sehr attraktiven Preis. Ganze 90 Franken bzw. (aktuell) 81.81 Euro kostet die ArchivistaBox Dolder. Darin ist die Mehrwertsteuer noch nicht enthalten, doch selbst mit dieser (7,7% in der Schweiz, 19% in Deutschland bzw. 20% in Österreich) beträgt der Preis keine 100 Franken oder Euro. Darin enthalten ist das erste Jahr des Wartungsvertrages.

Die genauen Eckdaten der ArchivistaBox Dolder können unserem Web-Shop entnommen werden. Wichtig zu erwähnen ist, dass es auf der ArchivistaBox keine Einschränkungen bei der Verwendung der Hardware gibt. Offiziell unterstützt (das gilt für alle ArchivistaBox-Systeme) werden dabei alle gängigen 64-Bit AMD/Intel-Prozessoren (bis zu 64 CPUs bzw. 128 Threads) mit bis zu 256 GByte RAM sowie Festplattenverbünde mit bis zu 12 Platten bzw. bis zu 200 TByte.

Unterstützt werden sämtliche unter Linux verfügbaren Netzwerkkarten bis zu 40 GBit, selbst der Einsatz auf einem Notebook oder Tablet ist möglich, solange die aktuell ausgelieferte AVMultimedia-Version auf dem entsprechenden Gerät läuft. Bei den Grafikkarten werden all jene Modelle unterstützt, für die es offene Linux-Treiber gibt. Damit ist auch gesagt, dass darin kein Support für den Einsatz proprietären Linux-Treiber enthalten ist.

Neuerungen der Version 2021/III

Die ArchivistaBox 2021/III enthält zunächst einmal einige neue Tools, um das Arbeiten mit dem Linux-Desktop angenehmer zu machen. Festplatten (z.B. für die Datensicherung) können neu direkt mit GParted auf jeder ArchivistaBox eingerichtet werden, ebenso gibt es im Datei-Manager neu die Option, einen Ordner mit ‘root’-Rechten zu öffnen bzw. zu bearbeiten.

Die ArchivistaBox 2021/III verfügt über eine komplett überarbeitete Dokumentation. Darin sind nun sämtliche neuen Funktionen sauber dokumentiert. Das Handbuch ist durchsuchbar und steht unter https://archivista.ch/d2/help zur Verfügung. Kunden der ArchivistaBox erhalten zudem das Handbuch in der Form einer PDF-Datei. Das neue Handbuch ist etwas kleiner, weil diverse frühere Hilfsprogramme aktuell keinen Sinn mehr ergeben. Der integrierte Druck-Server (CUPS) ist zu leistungsfähig, als dass der Einsatz z.B. des Tools PDFCreator noch empfohlen werden kann.

Mit der Version 2021/III gibt es keine unterschiedlichen Versionen mehr für ArchivistaVM und ArchivistaDMS/ERP. Dies bedeutet, auf jeder ArchivistaBox finden sich die gleichen Applikationen. Musste z.B. bisher bei ArchivistaVM (Server-Virtualisierung) Software nachinstalliert werden, um die Datensicherung über einen Windows-Freigabeordner zu bewerkstelligen, so steht diese Software neu im Grundumfang zur Verfügung. Zudem davon kann jede ArchivistaBox mit DEB-Paketen (Synaptic), AppImage und/oder Flatpack erweitert werden.

Digitale Nachhaltigkeit seit 1998

Vor ziemlich genau drei Jahren erschien die erste Version des mutlimedialen Desktops AVMultimedia, dies fast punktgenau zum 20jährigen Firmenjubiläum. In zwei Jahren wird es die Archivista-Produkte 25 Jahre geben. Oder anders herum gesagt, in knapp sieben Jahren ist das “Versprechen” eingelöst, dass es auf die von der ArchivistaBox verwendeten Datenstrukturen minimal 30 Jahre Gewährleistung für die Verfügbarkeit der Daten gibt.

Als 1998 die erste Archivista-Lösung zum Archivieren von Papierbelegen erschien (noch heute im Web-Museum zu finden), findet in der ArchivistaBox 2021/III eine evolutionäre Weiterentwicklung. Natürlich konnte 1998 niemand voraussehen, dass z.B. wenige Jahre später die analoge Fotografie ein abruptes Ende finden würde. Absehbar war jedoch, dass Informationen zukünftig digital vorhanden sein werden.

Wenn aktuell die ganze Welt nach Digitalisierung “schreit”, so geht dabei vergessen, dass diese alleine nicht das zu halten im Stande sein wird, was davon erwartet wird. Das Verfallsdatum von digitaler Daten sinkt mit der zunehmenden Menge dieser, wenn es nicht gleichzeitig gelingt, die (unsere) Informationen strukturiert(er) verfügbar zu halten. Die ArchivistaBox bietet genau dies seit 1998 an. Waren es damals mehrheitlich gescannte Papierbelege, so sind es heute primär digitale Daten, dies dafür in einer beinahe beliebigen Fülle.

Dafür war die erste Archivista-Lösung gemacht, dafür ist die aktuelle ArchivistaBox besser denn je prädestiniert. Dieser Kernfokus auf digitale Nachhaltigkeit, gerade weil es für die Datenstrukturen 30 Jahre Gewährleistung gibt, bildet das Rückgrat einer jeden ArchivistaBox, heute und in Zukunft. Der neue Einsatz bereits bestehender Rechner für die ArchivistaBox erweitert die Nachhaltigkeit umso mehr.

Erstens, weil die Anforderungen an eine ArchivistaBox minimal sind (4 GByte Hauptspeicher sowie eine Festplatte ab 32 GByte). Zweitens vor allem aber,  weil dadurch ganz viele Rechner zum Einsatz kommen können, die ansonsten längst “entsorgt” werden müssten. Sei es, weil andere Betriebssysteme darauf zu langsam laufen, sei es weil es dafür keinen Support mehr gibt.

Und wenn heute noch immer Cloud-Lösungen als das Mass der Dinge hingestellt werden, obwohl mittlerweile längst klar sein muss, dass externe Wolken-Speicher weder einfach noch langfristig nachhaltig sind, geschweige denn, dass niemand garantieren mag/kann, dass die Informationen dort nur schon in fünf Jahren verfügbar sein werden, so stellt die ArchivistaBox gerade mit dem Einsatz einer eigenen Hardware die Alternative dar, um die Datenhoheit über eigene Daten (wieder) zu erlangen.

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