Version 2026/X

Ein heisser Sommer bei der ArchivistaBox

Egg, 22. Oktober 2026: Wer unsere Seite von Zeit zu Zeit besucht, findet in aller regel so jeden Monat einen neuen Beitrag in dieser Rubrik. Dieses Mal ist es etwas anders. Der letzte Beitrag stammt von Ende Mai und mittlerweile schreiben wir Oktober 2026. Was ist passiert? Sagen wir es so, wir hatten bzw. haben einen heissen Sommer. Was in dieser «heissen» Zeit passierte, darüber informiert dieser Beitrag.

Lokale KI-Modelle auf der ArchivistaBox

Im Frühjahr wurde die nächste Generation der ArchivistaBox, mit der lokal KI-Modelle ausgeführt werden für die Community freigegeben. In den letzten Monaten wurde die verschiedenen Modelle intern intensiv getestet. Die entsprechenden Erfahrungen werden in unsere Produkte einfliessen. Bis dahin steht die lokale KI in Form von ollama und ComfyUI zur Verfügung.

Im Gespräch mit vielen Kunden durften wir erfahren, dass KI zwar ein sehr aktuelles Thema ist, dass aber kaum jemand in Betracht zieht, KI lokal zu betreiben. Lokale KI hat aber wesenltiche Vorteile: Erstens sind die Kosten nach sehr kurzer Zeit amortisiert, zweitens bleiben sämtliche Daten lokal bei Ihnen und drittens gibt es keine lokale Abhängigkeiten zu den entsprechenden Cloud-Angeboten.

Der letzte Punkt ist nicht nur deshalb zentral, weil jederzeit die Preise kräftig erhöht können, sondern auch weil die entsprechenden Angebote jederzeit «abgekündigt» werden könne. So z.B. verschwand die Video-KI Sora von OpenAI jüngst komplett von der Bildfläche. Bei offenen lokalen KI-Modellen besteht diese Abhängigkeit nicht. Sie entscheiden selber, ob bzw. wann Sie neue Modelle in den Einsatz nehmen – oder eben auch nicht.

Ferner sei hier noch angefügt, dass lokale KI bei Sprach-Erkennung, Übersetzungen, Bild-Analyse, Bild-, Audio- und Video-Generierung bzw. entsprechender Nachbearbeitung mittlerweile extrem gute Ergebnisse liefert. Sie können diese Modelle entweder mit der GPL-Version der ArchivistaBox selber in Betrieb nehmen oder wir setzten entsprechende Systeme gerne für Sie auf.

Projekt ch1291.ch

Die letzten Jahre erhalte ich als Geschäftsführer vermehrt Fragen, ob ich denn noch fit genut sei, um in der «schnelllebigen» Informatik mithalten zu können. Ebenfalls wird die Frage nach einer Nachfolgeregelung dann und wann gestellt. Der Transparenz halber sei hier erwähnt, dass ich dieses Jahr die 60er-Marke überschritt. In diesem Sinne ist damit zu rechnen, dass in einigen Jahren die Firma an eine neue Generation übergeben wird. Nur, bis dahin wird die ArchivistaBox in gewohnter Form weiterentwickelt.

Eine nicht minder wichtiger Punkt besteht darin, fit zu bleiben. Wer den ganzen Tag faktisch vor dem Computer sitzt, wird nicht darum herumkommen, sich neben dem Job zu bewegen. Aus diesem Grund «gönne» ich mir dann und wann einige Tage in der Natur. Und weil ich dieses Jahr die 60er überschritt, bestand das «Altersgeschenk» darin, dass ich sechs Wochen Ferien in Anspurch nahm. Diese sechs Wochen wurden in das Projekt ch1291.ch «investiert».

Wer keine Lust hat, auf ch1291.ch die Beiträge zu lesen, dem sei gesagt, ich bin dieses Jahr in exakt sechs Wochen einmal um die Schweiz gewandert. Dabei legte ich 1291 Kilometer zurück. Das ergibt pro Tag gute 30 Kilometer. In diesem Sinne darf ich doch anführen, doch ich fühle mich noch fit, um die nächsten Jahre diese Firma voranzubringen.

Projekt filminfo.ch

Vor mittlerweile ca. 7 Jahren wurde die ArchivistaBox für audiovisuelle Daten fit gemacht. Auch wenn aktuell erst wenige Kunden diese Funktionalität nutzen, so darf nicht ohne Stolz festgehalten werden, dass die ArchivistaBox ein Dokumenten Management System für alle Daten ist. Die ArchivistaBox dürfte gar die einzige Lösung sein, mit der im Standardumfang Hunderte von TByte verwaltet werden können. Dabei werden die Daten über mehrere Boxen synchronisiert, ebenso «hängt» die Datensicherung nicht an den Grenzen einer Festplatte.

Um die ArchivistaBox auf Herz und Nieren zu testen, habe ich vor einigen Jahren begonnen, privat Filme zu sammeln. Diese Filmsammlung ist in den letzten fünf Jahren auf mittlerweie weit über 102000 Filme  mit gut 106’000 Stunden angewachsen. Aktuell werden für diese Sammlung in etwa 40 TByte benötigt. Quasi als Nebenprodukt dieser Arbeit ist das mittlerweile grösste Filmarchiv mit Schweizer Filmen enstanden. Aktuell befinden sich darin in etwa 24’000 Filme. Selbstverständlich können diese Filme nicht zur Ansicht «freigegeben» werden.

Aber, und hier kommt filminfo.ch ins Spiel. Selbst das Verzeichnis dieser Filme ist einzigartig.  Denn selbst im grössen internationalen Filmverzeichnis imdb.com sind nur einige Tausend Schweizer Filme verfügbar, die gleiche Situation liegt bei den nationalen Institutionen vor, die öffentliche Verzeichnisse «pfegen» (Institut für Filmwissenschaft der Universität Zürich und/oder swissfilms.ch). Kurz und gut, filminfo.ch ist das dereit grösste Schweizer Filmverzeichnis.

Technisch betrachtet anspruchsvoll in dieser Grössenordnung sind Fragen, wie können diese Bestände automatisiert auf mehrere Boxen synchron gehalten werden, wie wird sichergestellt, dass keine fehlerhaften Filme ins Archiv gelangen und wie lassen sich die Filme in optimaler Qualität erfassen. Aus der privaten Sammlung kann angeführt werden, dass ohne Optimierung der aktuelle Bestand wohl etwa bei 250 bis 300 TByte liegen würde. Und auch wenn die Sammlung privat ist, so verfügt die Firma Archivista GmbH mittlerweile ein hohes Mass an Fachkompetenz, wenn es darum geht Audio- und Video-Dateien digital zu verwalten. Dies im übrigen auch dann, wenn die ArchivistaBox nicht zum Einsatz kommen soll.

Bugs, Bugs, Bugs

Die Projekte ch1291.ch und filminfo.ch sind primär dafür verantwortlich, dass es in den letzten Monaten hier «ruhig» zu und her ging. Diese beiden Posten sind mittlerweile abgeschlossen. In diesem Sinne steht nun wieder die volle Tatkraft für die ArchivistaBox selber zur Verfügung.

Oder etwa doch nicht? Die letzen Monate zeigen leider auch, dass derzeit eine «wahre» Flut von Sicherheitslücken auftauchen. Die Analyse von Code mit KI-Modellen führt dazu, dass Schwachstellen gefunden werden, die von «Hand» kaum je gefunden worden wären. Dies ist Fluch wie Segen. Fluch deshalb, weil die entsprechenden Exploits ebenfalls mit KI erstellt werden und Segen, weil damit unmissverständlich klar wird, dass es Sicherheit nicht zum Nullpreis gibt.

Sicherheitslücken müssen geschlossen werden. In der aktuellen Version 2026/X haben wir sowohl eine schwere Lücke geschlossen, die es ermöglichte, Code von den virtualisierten Gästen in unserer Lösung VirtBox (ArchivistaVM) auf den Host zu übertragen bzw. den Hauptrechner entsprechend zu kompromitieren. Gesten wurden zudem zwei schwere Lücken in PHP bekannt, welche das Ausführen von beliebigem Code auf Rechner ermöglicht, bei denen Lösungen mit PHP laufen.

ArchivistaDMS selber ist nicht in PHP, sondern in der Sprache Perl realisiert. In diesem Sinne ist kein Angriff über ArchivitsaDMS möglich. In PHP realisiert ist dagegen ArchivistaERP. Ferner wird PHP auch für diverse zusätzliche Lösungen, die auf der ArchivistaBox laufen, verwendet. So z.B. für WordPress (diese Homepage) oder aber Nextcloud (entsprechende Installationen bei Kunden).

Auch hier gilt, eine Linux-Distribution ohne PHP auszuliefern, das ergibt keinen Sinn. PHP ist schlicht und einfach die Skriptsprache und letztlich auf der ArchivistaBox daher auch im Standardumfang enthalten. Für Kunden der ArchivistaBox gibt es nun zwei Möglichkeiten. Kuden, die «nur» ArchivistaDMS einsetzen, können ArchivistaERP explizit deaktivieren (sofern dies nicht bereits der Fall ist).

Deaktiviert werden kann ArchivistaERP über den ArchivistaBox-Desktop und dort im Startmenü mit dem Eintrag ArchivistaSetup unter dem Menü-Punkt ‚ArchivistaBox‘. Beim Aufruf dieses Tools kann ArchivistaERP mit dem Eintrag ‚ArchivistaERP – System deaktivieren‘ deaktiviert werden. In der Alternative kann auch einfach ein Update der Version 2026/X aufgespielt werden. In diesem Falle wird PHP 8.2.35 aufgespielt. Bei dieser Version sind die beiden schwerliegenden Lücken beseitigt. In diesem Sinne, happy Updating!

P.S: Die Communitiy-Version AVMultimedia bzw. AVMultimini sind von den Lücken nicht betroffen. Hingegen sind die Community-Versionen der ArchivistaBox davon betroffen. Bitte habt Verständnis, dass wir zunächst die Kunden-Systeme aktualsiieren, die Community-Versionen der ArchivistaBox folgen in Kürze.